Folgendes Denkmodell wird empfohlen:

Nehmen wir das Beispiel einer Taschenlampe.

Jede Taschenlampe verfügt über einen Akku mit einer bestimmten Menge an Energie. Die gewählten Helligkeitsstufen schwach, mittel oder hell haben einen Einfluss auf den Energieverbrauch des Akkus.

Konzentration einfach verstehen – Akku.

Je nachdem, wie lange (Dauer) und auf welcher Helligkeitsstufe (Intensität) die Taschenlampe leuchtet, wird der Akku unterschiedlich stark beansprucht. Bei einem schwachen Akku sollte nicht die höchste Helligkeitsstufe gewählt werden. Wer es dennoch tut, hat es schnell mit einem leeren Akku zu tun. Die benötigte Ladezeit des Akkus ist dann entsprechend lang.

Konzentration einfach verstehen – geistiger Akku.

Kommen wir zur Konzentration. Sich zu konzentrieren benötigt ebenfalls geistige Energie. Das Maß der „geistigen Energie“ wird Wachheit oder Aufmerksamkeit genannt. Wir können unsere Aufmerksamkeit auf eine Aufgabe lenken oder ausrichten. Die Aufmerksamkeit wird dabei unterschiedlich stark beansprucht, je nachdem, wie lange (Dauer) und wie angespannt oder angestrengt (Intensität) wir uns auf eine Aufgabe konzentrieren.

Wenn wir uns einen Überblick über die anstehenden Aufgaben verschaffen, richten wir unsere Aufmerksamkeit lediglich aus. Das Ausrichten oder Orientieren ist die Vorstufe zur weiteren Verarbeitung. An dieser Stelle wird noch keine Aufgabe bearbeitet. Erst wenn wir mit der Bearbeitung einer Aufgabe beginnen, müssen wir Leistung erbringen und vermehrt geistige Energie aufwenden.

Die Schwere der Aufgabe bestimmt darüber, wie sehr wir uns geistig anstrengen müssen und wie viel Energie wir dabei verbrauchen. Ab hier wird von Konzentration gesprochen. Bei leichteren Aufgaben reicht es aus, die Konzentration anzuspannen. Bei schweren Aufgaben muss mehr Leistung erbracht werden. Wir müssen die Konzentration anstrengen. Wenn wir uns längere Zeit oder sogar ununterbrochen, d. h. ohne Pausen, angestrengt konzentrieren, nimmt der Ladezustand des geistigen Akkus schneller ab. Ein leerer „geistiger Akku“ bedeutet fehlende Konzentration.

Geistigen Burnout einfach verstehen.

Was bedeutet ein geistiger Burnout? Ein geistiger Burnout hängt mit einem geleerten „geistigen Akku“ zusammen. Im Gegensatz zur Taschenlampe, deren Akku leer ist, geht uns „das Licht“ aber nicht aus. Fehlende Konzentration ist bemerkbar an dafür typischen PIRKA Frühwarnzeichen fehlender Konzentration. Sich weiterhin zu konzentrieren, fällt dabei sehr schwer. Zur Bearbeitung von Aufgaben wird immer mehr Zeit benötigt. Es treten mehr Flüchtigkeitsfehler auf, die nur verzögert erkannt werden. Wir fühlen uns geistig erschöpft und rufen uns aufgrund der bemerkbaren konzentrativen Einschränkungen immer öfter zur Ordnung: „Jetzt reiß dich zusammen … Streng dich an … Da geht noch was!“. Dieser Zustand geistiger Erschöpfung kann über Wochen und Monate anhalten. Wodurch wird dieser Zustand aufrechterhalten? Siehe dazu auch denkenin3b®-Burnout.

Einfache Beispiele helfen, abnehmende und fehlende Konzentration und die Folge eines geistigen Burnouts besser zu verstehen.

Ein geistiger Burnout wird dadurch aufrechterhalten, dass die erforderliche Regenerationszeit nicht eingehalten wird. Es wird aus verschiedenen Gründen nicht abgewartet, bis der geistige Akku wieder voll aufgeladen ist. Zumeist gibt es am Arbeitsplatz eine beträchtliche Menge an Aufgaben und einen entsprechenden Termindruck. Sobald nach einer Pause bemerkt wird, dass wir uns wieder konzentrieren können, d. h. geistige Energie vorhanden ist, wird zügig weitergearbeitet. Dabei tritt folgendes Problem auf: Es ist spürbar, dass Energie vorhanden ist. Aber es gibt keinen Hinweis darauf, wie viel! Die zumeist geringe Menge an Energie ist aufgrund der geistigen Anstrengung schnell wieder verbraucht. Ein Teufelskreis!

Ladezeit einer Taschenlampe.

Die Ladezeit einer Taschenlampe ist nach einem vollständigen Entleeren immer gleich lang.

Ladezeit geistiger Akku.

Die Ladezeit des geistigen Akkus wird umso länger, je länger wir versuchen, trotz fehlender Konzentration angestrengt weiterzuarbeiten. Dazu ein Beispiel: Wer 200 Minuten trotz Frühwarnzeichen fehlender Konzentration weiterarbeitet, benötigt ca. 110 Minuten, bis der geistige Akku wieder geladen ist. So viel Zeit hat niemand am Arbeitsplatz.

Das Angebot von PIRKA

PIRKA bietet mit Frühwarnzeichen abnehmender Konzentration und Frühwarnzeichen fehlender Konzentration die Möglichkeit, den aktuellen „Ladezustand des geistigen Akkus“ individuell einzuschätzen.

PIRKA bietet mithilfe des erschöpfungsE® zudem orientierende „Ladezeiten“ an, die es ermöglichen, die Länge der erforderlichen Erholzeit den entsprechenden Frühwarnzeichen abnehmender und fehlender Konzentration zuzuordnen.

Das erschöpfungsE®-Protokoll 50/10 und 25/5 bieten Ihnen eine wissenschaftlich fundierte und praktisch bewährte Strategie, den „Ladezustand Ihres geistigen Akkus“ zu beobachten und zu dokumentieren und damit zum Erhalt der persönlichen Konzentrationsfähigkeit über den Tag beizutragen.

Probieren Sie es aus!

PIRKA wünscht Ihnen viel Erfolg bei der Anwendung.

Literatur

Abels, D. (1974). Konzentrations-Verlaufs-Test K-V-T. 2., verbesserte Auflage. Göttingen: Hogrefe.

Arnold, W., Eysenck, H. J. & Meili, R. (1987). Lexikon der Psychologie. Freiburg: Herder.

Borg, I. & Staufenbiel, T. (1989). Theorien und Methoden der Skalierung. Bern: Huber.

Brickenkamp, R., Schmidt-Atzert, L. & Liepmann, D. (2010). Test d2-Revision. Aufmerksamkeits- und Konzentrationstest. Göttingen: Hogrefe.

Clos, R. (2004). Ein Leitfaden zur Diagnose und Behandlung der ME/CFS für den Arzt in der Praxis. Hrsg.: South Australian Department of Human Services, PO Box 287 Rundle Mall 5000, South Australia, Australia.

Demerouti, E., Fergen, A., Glaser, J., Herbig, B., Hofmann, A., Nachreiner, F., Packebusch, L. & Seiler, K. (2012). Psychische Belastung und Beanspruchung am Arbeitsplatz. Inklusive DIN EN 10075-1 bis -3. Herausgeber: DIN Deutsches Institut für Normierung e.V. Berlin: Beuth.

Dilling, H., Mombour W. & Schmidt M.H. (2011). Internationale Klassifikation psychischer Störungen. Göttingen: Huber.

Düker, H. & Lienert, G. A. (2001). KLT-R Konzentrations-Leistungs-Test. Revidierte Fassung. Göttingen: Hogrefe.

Eimer, M., Nattkemper, D., Schröger, E & Prinz, W. (1996). Unwillkürliche Aufmerksamkeit. In O. Neumann & A. F. Sanders (Hrsg.). Enzyklopädie der Psychologie. Aufmerksamkeit. Kognition 2 (S. 219-258). Göttingen: Hogrefe.

EN ISO 10075.1 (2012). Ergonomische Grundlagen bezüglich psychischer Arbeitsbelastung. Allgemeines und Begriffe. In Demerouti, E. et. al. Psychische Belastung und Beanspruchung am Arbeitsplatz. DIN Deutsches Institut für Normung e.V. Berlin: Beuth.

EN ISO 10075.2 (2012). Ergonomische Grundlagen bezüglich psychischer Arbeitsbelastung. Gestaltungsgrundsätze. In Demerouti, E. et. al. Psychische Belastung und Beanspruchung am Arbeitsplatz. DIN Deutsches Institut für Normung e.V. Berlin: Beuth.

EN ISO 10075.3 (2012). Ergonomische Grundlagen bezüglich psychischer Arbeitsbelastung. Grundsätze und Anforderungen an Verfahren zur Messung und Erfassung psychischer Arbeitsbelastung. In Demerouti, E. et. al. Psychische Belastung und Beanspruchung am Arbeitsplatz. DIN Deutsches Institut für Normung e.V. Berlin: Beuth.

Franke, G.H. (2002). Symptom-Checkliste SCL-90-R von L.R. Derogatis. Göttingen: Beltz.

Frankenhaeuser, M. (1981). Coping with stress at work. International journal of health services, 491-510

Frankenhaeuser, M. (1986). A Psychobiological Framework for Research on Human Stress and Coping. In M.H. Appley & R. Trumbull (Hrsg.). Dynamics of Stress. New York: Plenum Stress.

Gaab, J. & Ehlert, U. (2005). Chronische Erschöpfung und Chronisches Erschöpfungssyndrom. Fortschritte der Psychotherapie. Göttingen: Hogrefe.

Heubrock, D. & Petermann, F. (2001). Aufmerksamkeitsdiagnostik. Psychologische Diagnostik. Band 2. Göttingen. Hogrefe.

Kallus, K. W. (2011). EBF Erholungs-Belastungs-Fragebogen. Frankfurt: Pearson.

Klix, F. (1976). Information und Verhalten. Kybernetische Aspekte der organismischen Informationsverarbeitung. Bern: Huber.

Koelega, H.S. (1996). Vigilanz. In O. Neumann & A. F. Sanders (Hrsg.). Enzyklopädie der Psychologie. Aufmerksamkeit. Kognition 2 (S. 403-467). Göttingen: Hogrefe.

Luczak, H. (1989). Wesen menschlicher Leistung. Köln: Bachem.

Manzey, D. (1998). Psychophysiologie mentaler Beanspruchung. In F. Rösler (Hrsg.). Enzyklopädie der Psychologie. Ergebnisse und Anwendungen der Psychophysiologie. Biologische Psychologie. (S. 799-850). Göttingen: Hogrefe.

Marschner, G. (1972). Revisions-Test. Göttingen: Hogrefe.

Moosbrugger, H. & Oehlschlägel, J. (2019). FAIR-2. Frankfurter Aufmerksamkeits-Inventar 2. (2. über. U. erg. Auflage des FAIR 1996). Göttingen: Hogrefe.

Oppolzer, A. (2006). Menschengerechte Gestaltung der Arbeit durch Erholzeiten. Abschlussbericht. Studie im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung.

Packebusch, L. (2012). Psychische Belastung und Beanspruchung – Erweiterungs-möglichkeiten des Normkonzepts ISO 10075. In E. Demerouti et. al. Psychische Belastung und Beanspruchung am Arbeitsplatz. Inklusive DIN EN 10075-1 bis -3. (S. 28-37). Herausgeber: DIN Deutsches Institut für Normierung e.V. Berlin: Beuth.

Rohmert, W. & Luczak, H. (1973). Zur ergonomischen Beurteilung informatorischer Arbeit. Internationale Zeitschrift für angewandte Physiologie, 31, 209-229

Rudow, B. (2011). Die gesunde Arbeit. Arbeitsgestaltung, Arbeitsorganisation und Personalführung. München. Oldenbourg.

Rühmann, H. & Bubb, H. (2010). Grundsätze ergonomischer Arbeitsplatz- und Betriebsmittelgestaltung. In U. Kleinbeck & K. H. Schmidt (Hrsg.). Enzyklopädie der Psychologie. Arbeitspsychologie. (S. 521-578). Göttingen: Hogrefe.

Schaarschmidt, U. & Fischer, A. W. (2013). Arbeitsbezogenes Verhaltens- und Erlebensmuster AVEM: Frankfurt: Pearson.

Schlick, C., Bruder, R. & Luczak, H. (2010). Arbeitswissenschaft. Heidelberg: Springer.

Schmidtke, H. (1965). Die Ermüdung. Bern: Huber.

Schmidtke, H. & Bubb, H. (1993). Das Belastungs-Beanspruchungs-Konzept. In Schmidtke, H. (Hrsg.). Lehrbuch der Ergonomie (3. Aufl.) München: Hanser.

Schmidtke, H. (Hrsg.) (1981) Lehrbuch der Ergonomie. München: Hanser.

Seiler, K. (2012). Merkmale und Folgen von Emotionsarbeit. In E. Demerouti et. al. Psychische Belastung und Beanspruchung am Arbeitsplatz. Inklusive DIN EN 10075-1 bis -3. (S. 28-37). Herausgeber: DIN Deutsches Institut für Normierung e.V. Berlin: Beuth.

Semmer, N. K., Grebner, S. & Elfering, A. (2010). Psychische Kosten von Arbeit: Beanspruchung und Erholung, Leistung und Gesundheit. In U. Kleinbeck & K. H. Schmidt (Hrsg.). Enzyklopädie der Psychologie. Arbeitspsychologie. (S. 325-358). Göttingen: Hogrefe.

van der Molen, M.W. (1996). Energetik und der Reaktionsprozess. Zwei Leitlinien der Experimentalpsychologie. In O. Neumann & A. F. Sanders (Hrsg.). Enzyklopädie der Psychologie. Aufmerksamkeit. Kognition 2 (S. 333-395). Göttingen: Hogrefe.