Folgendes Vorgehen wird empfohlen:

Das gleichzeitige Bearbeiten von Aufgaben vermeiden. Es führt zu schnellerer Ermüdung.

Aufgaben in Arbeitsschritte unterteilen. Schritt für Schritt vorgehen.

Zwischen Aufgaben unterschiedlicher Schwierigkeit über den Tag wechseln. Den Tätigkeiten mit hoher geistiger Anforderung (Analysen) sollten Tätigkeiten mit geringer geistiger Anforderung (Routinetätigkeiten) folgen. Den Arbeitsablauf über den Tag entsprechend planen.

Beispiele aktiver Entlastungen sind

  • WC in einem anderen Stockwerk aufsuchen.
  • Treppen statt Aufzug benutzen.
  • im Stehen telefonieren.
  • Kollegen für Rückfragen in deren Büro aufsuchen.
  • Akten im Stehen am Pult / Stehtisch bearbeiten.
  • Gespräche mit Kollegen am Stehtisch / Pult führen.
  • Unterlagen persönlich abholen oder vorbeibringen.
  • Büro / Arbeitsplatz für Pausen
  • längere und kürzere Wegstrecken zügig gehen.

Aktive Entlastungen am Arbeitsplatz helfen, das allgemeine Wohlbefinden und die Konzentrationsfähigkeit zu unterstützen.

Beispiel 1 – Körperhaltung verändern

Am Schreibtisch sitzend bemerkte er immer wieder seine verspannte und gebeugte Haltung. Der Rücken war nach ein paar Stunden Arbeit deutlich spürbar und tat ihm manches Mal weh. Ein Ausgleich musste her.

Praktische Anwendung

Beim nächsten Klingeln des Telefons stand er zunächst vom Stuhl auf und nahm dann erst den Telefonhörer in die Hand. Im Stehen zu telefonieren war gar nicht so schlecht. Er bemerkte sogar eine positive Veränderung in seiner Stimme. Er fühlte sich auch präsenter und aufmerksamer gegenüber dem Anrufer. Also nahm er sich vor, mindestens 10 Telefonate im Stehen zu führen. Dazu führte er pro Tag eine Strichliste in seinem Tischkalender und zählte am Ende des Tages die Striche zusammen. Das gab ihm beim Verlassen des Arbeitsplatzes sogar ein gutes Gefühl. Am nächsten Tag würde er wieder eine Strichliste führen. Außerdem reaktivierte er den Stehtisch aus dem Keller, den er sonst immer bei Festen aufgestellt hatten. Die aufrechte Haltung beim Bearbeiten von Texten oder der Arbeit am Laptop tat ihm gut.

Beispiel 2 – mehr Bewegung tut gut

Ihre Kollegin hatte ihr eine E-Mail mit der Bitte um eine schnelle Rückmeldung geschickt, obwohl sie nur zwei Büros entfernt von ihr saß. Ihr fehlte das persönliche Gespräch.

Praktische Anwendung

Sie klemmte sich die Unterlagen unter den Arm und stattete der Kollegin einen Besuch ab. Die war überrascht, freute sich aber über den persönlichen Austausch. Beim Rückweg fiel ihr ein, dass sie noch Informationen aus der Produktion brauchte. Statt wie üblich zu telefonieren, suchte sie die Kollegen persönlich auf. Beim Überqueren des Betriebsgeländes ging sie extra zügiger, was ihr guttat. Im persönlichen Gespräch konnten noch andere Themen besprochen werden. Zurück im Hauptgebäude entschied sie sich, die Treppe zu benutzen. Als sie am Fahrstuhl vorbeilief, hielt ihr eine Kollegin die sich grade schließende Türe auf. „Das ist sehr freundlich von Ihnen“, entgegnete sie, „aber heute benutze ich die Treppe. Vielen Dank.“

Probieren Sie es aus!

PIRKA wünscht Ihnen viel Erfolg bei der Anwendung.

Literatur

Allmer, H. (1994). Psychophysische Erholungseffekte von Bewegung und Entspannung. In R. Wieland-Eckelmann (Hrsg.). Erholungsforschung: Beiträge der Emotionspsychologie, Sportpsychologie und Arbeitspsychologie. Weinheim: Beltz.

Demerouti, E., Fergen, A., Glaser, J., Herbig, B., Hofmann, A., Nachreiner, F., Packebusch, L. & Seiler, K. (2012). Psychische Belastung und Beanspruchung am Arbeitsplatz. Inklusive DIN EN 10075-1 bis -3. Herausgeber: DIN Deutsches Institut für Normierung e.V. Berlin: Beuth.

Leahy, R.L. (2007). Techniken kognitiver Therapie. Paderborn: Junfermann.

Löhr, G. & Preiser, S. (1974). Regression und Recreation – Ein Beitrag zum Problem Stress und Erholung. Zeitschrift für experimentelle und angewandte Psychologie. Band XXI, 4, 575-591.