Folgendes Vorgehen wird empfohlen:

  • die Umgebung beobachten,
  • die Dinge, Farben, Objekte oder Menschen, die Sie sehen, benennen,
  • beim Benennen immer nur ein (!) Wort verwenden,
  • das Wort still in Gedanken zu sich sagen,
  • nach jedem Wort eine kurze Pause machen,
  • in der ihr Blick ruhig weiterwandert und
  • die Übung fortsetzen, bis der Geist zur Ruhe gekommen ist.

Es braucht ein wenig Zeit, bis die Gedanken, mit denen Sie vorher beschäftigt waren, zur Ruhe kommen.

Wichtiger Hinweis: Beim Beobachten und Benennen von äußeren Gegebenheiten in2b handelt es sich lediglich um eine räumliche Orientierung. Sollten dennoch ungute Gefühle auftreten, kann die Übung jederzeit beendet werden.

Üben Sie in2b beobachten und benennen so lange und so oft, wie es ihnen guttut und eine geistige Ruhe spürbar wird.

Zweimal 2 Minuten pro Tag zu üben, kann ausreichen. Dazu bedarf es aber ein wenig Übung.

Vorteile von denkenin2b®:

  • denkenin2b ist leicht erlernbar,
  • die Übung kann für Dritte unbemerkt durchgeführt werden,
  • in2b beobachten und benennen ist an jedem Ort und zu jeder Zeit anwendbar.
  • Wichtiger Hinweis: Beobachten und Benennen in2b nicht beim Führen eines Fahrzeugs anwenden!

Pausen in2b zu verbringen, hilft, geistige Ruhe zu finden.

Beispiel 1 – Im Café

Es war herrlich, mal wieder im Café zu sitzen und die Sonne zu genießen. Sie wollte die Gedanken des Alltags hinter sich lassen und zur Ruhe kommen. Sie begann, ihren Blick ruhig in der Umgebung umherwandern zu lassen und die Farben zu benennen.

Der Pullover einer Passantin war rot. In Gedanken sagte sie das Wort: „Rot“. Ihr Blick wanderte weiter. Das abgestellte Fahrrad war blau. In Gedanken sagte sie das Wort: „Blau“. Der Blick wanderte weiter. Der Kaffee vor ihr war schwarz. In Gedanken sagte sie das Wort: „Schwarz“. Die Milch zum Kaffee war weiß: „Weiß“. Der Stuhl am Nachbartisch war braun: „Braun“.

Praktische Anwendung

Beim Beobachten benannte sie die Farbe und sagte das jeweilige Wort in Gedanken still zu sich: Rot … kurze Pause … blau … kurze Pause … schwarz … kurze Pause … weiß … kurze Pause … braun …

Nach fünf oder sechs Farben (oder mehr) wechselte sie zu den Dingen und Menschen in der Umgebung. Wichtig ist dabei, einfache und allgemeine Worte zu finden, die einem schnell einfallen. Verwenden Sie doch einfach: Mann und Frau für verschiedene Menschen.

Zuerst fiel ihr Blick auf einen hastig laufenden Mann. In Gedanken sagte sie das Wort: „Mann“. Ihr Blick wanderte weiter. Da stand ein aufgeklappter Sonnenschirm. In Gedanken sagte sie das Wort: „Schirm“. Dort lief ein Hund an der Leine. In Gedanken sagte sie das Wort: „Hund“. Da hörte sie Geschrei von sich streitenden Kindern: „Schreie“. Eine Frau trug eine auffallend schöne Handtasche: „Tasche“. Ein kleiner Junge aß ein Eis: „Eis“.

Praktische Anwendung

Beim Beobachten benannte sie den Menschen oder das Objekt und sagte das jeweilige Wort in Gedanken still zu sich: Mann … kurze Pause … Schirm … kurze Pause … Hund … kurze Pause … Schrei … kurze Pause … Tasche … kurze Pause … Eis … kurze Pause …

Beispiel 2 – Im Büro

Er saß im Büro und wollte ein wenig Ruhe finden. Er begann, die Dinge in seiner Umgebung in aller Ruhe zu beobachten und zu benennen. Der Einstieg muss nicht immer über Farben geschehen.

Vor ihm saß ein Kollege. In Gedanken sagte er das Wort: „Kollege“. Sein Blick wanderte weiter. Auf der Fensterbank stand eine Blume. In Gedanken sagte er das Wort: „Blume“. Der Blick wanderte weiter. Am Boden stand ein Papierkorb. In Gedanken sagte er das Wort: „Korb“. Auf dem Tisch vor ihm lag ein Bleistift. In Gedanken sagte er das Wort: „Stift“. Daneben stand der Computer. In Gedanken sagte er das Wort: „PC“. Eine Kollegin lief durch den Raum. In Gedanken sagte er das Wort: „Frau“. Ein anderer Kollege telefonierte: „Telefon“. Auf dem Teppich lag ein Taschentuch: „Tuch“. An der Wand verlief ein Kabel: „Kabel“. Er sah eine Steckdose: „Dose“. Vor dem Fenster hing eine Gardine: „Gardine“. …

Praktische Anwendung

Beim Beobachten benannte er den Menschen oder das Objekt und sagte das jeweilige Wort in Gedanken still zu sich: Kollege … kurze Pause … Blume … kurze Pause … Korb … kurze Pause … Stift … kurze Pause … PC … kurze Pause … Frau … kurze Pause … Telefon … kurze Pause … Tuch … kurze Pause … Kabel … kurze Pause … Dose …

Beispiel 3 – kurzer Spaziergang

Nach dem hektischen Vormittag im Büro brauchte sie einen kleinen Spaziergang. Sie beschloss, zum Bäcker zu gehen und in aller Ruhe die Menschen oder Dinge zu benennen, die ihr auf dem Weg begegneten. Sie verließ ihr Büro und sah den Aufzug. In Gedanken sagte sie das Wort: „Aufzug“. Im Aufzug drückte sie einen Knopf. In Gedanken sagte sie das Wort: „Knopf“. Sie verließ das Gebäude durch die Türe. In Gedanken sagte sie das Wort: „Türe“. Auf der Straße sah sie ein Auto. In Gedanken sagte sie das Wort: „Auto“. Beim Bäcker sah sie Kuchen und Brot. In Gedanken sagte sie das Wort: „Brot“. Auf dem Rückweg zum Büro sah sie eine Blume am Weg. In Gedanken sagte sie das Wort: „Blume“. Im Büro angekommen fiel ihr Blick auf den Schreibtisch. In Gedanken sagte sie das Wort: „Tisch“. Sie beendete die Übung in2b und nahm ihre Arbeit wieder auf. Sie nahm sich vor, die Übung später auf dem Weg zur Konferenz zu wiederholen.

Praktische Anwendung

Auf ihrem Weg zum Bäcker benannte sie die Dinge und Objekte und sagte das jeweilige Wort in Gedanken still zu sich: Aufzug … kurze Pause … Knopf … kurze Pause … Türe … kurze Pause … Auto … kurze Pause … Brot … kurze Pause … Blume … kurze Pause … Tisch.

Probieren Sie es aus!

PIRKA wünscht Ihnen viel Erfolg bei der Anwendung.

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