Folgendes Vorgehen wird empfohlen:

  • die Umgebung beobachten,
  • die Dinge, Objekte oder Menschen, die Sie sehen, benennen,
  • beim Benennen immer nur ein (!) Wort verwenden,
  • das Wort still in Gedanken zu sich sagen,
  • nach jedem Wort eine kurze Pause machen,
  • in der ihr Blick ruhig weiterwandert und
  • die Übung fortsetzen, bis der Geist zur Ruhe gekommen ist.

Es braucht ein wenig Zeit, bis die Gedanken, mit denen Sie vorher beschäftigt waren, zur Ruhe kommen.

Wichtiger Hinweis: Beim Beobachten und Benennen von äußeren Gegebenheiten in2b handelt es sich lediglich um eine räumliche Orientierung. Sollten dennoch ungute Gefühle auftreten, kann die Übung jederzeit beendet werden.

Üben Sie in2b beobachten und benennen so lange und so oft, wie es ihnen guttut und eine geistige Ruhe spürbar wird.

Zweimal 2 Minuten pro Tag zu üben, kann ausreichen. Dazu bedarf es aber ein wenig Übung.

Vorteile von denkenin2b®:

  • denkenin2b ist leicht erlernbar,
  • die Übung kann für Dritte unbemerkt durchgeführt werden,
  • in2b beobachten und benennen ist an jedem Ort und zu jeder Zeit anwendbar.
  • Wichtiger Hinweis: Beobachten und Benennen in2b nicht beim Führen eines Fahrzeugs anwenden!

Einkaufen in2b kann helfen, den Einkauf in Ruhe und ohne Stress durchzuführen.

Beispiel 1 – Einkauf im Supermarkt

Der Einkauf im Supermarkt versprach neben dem bekannten Sortiment auch die aktuellen Angebote, auf die sie sich freute. Der Andrang der Kunden war schon am frühen Morgen entsprechend groß. Sie wollte jedoch in aller Ruhe einkaufen und sich vom allgemeinen Trubel nicht beeindrucken lassen. Daher entschied sie sich, ihren Einkauf in2b durchzuführen. Bereits auf dem Parkplatz begann sie damit, ihren Blick in der Umgebung umherwandern zu lassen und die Dinge, die sie sah, mit einfachen Worten zu benennen. Wichtig ist dabei, einfache und allgemeine Worte zu finden, die einem schnell einfallen.

Ihr Blick wanderte über den vollen Parkplatz. Ein Kunde schob einen Einkaufswagen. In Gedanken sagte sie das Wort: „Wagen“. Ihr Blick wanderte weiter. Eine Kundin hielt eine Kühltasche in der Hand. In Gedanken sagte sie das Wort: „Tasche“. Der Blick wanderte ruhig weiter. Die Eingangstüre vor ihr öffnete sich. In Gedanken sagte sie das Wort: „Türe“. Sie betrat den Markt und ließ den Blick umherschweifen. Rechts von ihr stand Tiernahrung. In Gedanken sagte sie das Wort: „Futter“. Sie bog links ab. Vor ihr legte eine Kundin zwei Pakete Kaffee in den Einkaufswagen. In Gedanken sagte sie das Wort: „Kaffee“. Ihr Blick wanderte weiter. Sie überholte einen Kunden und sagte in Gedanken das Wort: „Kunde“. Links von ihr erblickte sie den Wein. In Gedanken sagte sie das Wort: „Wein“. Sie legte eine Flasche in den Einkaufswagen und ging ruhig weiter. Ein Kind zeigte auf die Schokolade. In Gedanken sagte sie das Wort: „Kind“. Am Ende des Gangs fiel ihr Blick auf Shampoo. In Gedanken sagte sie das Wort: „Shampoo“ und stellte eine Flasche in den Einkaufswagen. Rechts von ihr stand salziges Gebäck. In Gedanken sagte sie das Wort „Chips“. Bei den Angeboten fiel ihr Blick auf Handcreme. In Gedanken sagte sie das Wort: „Creme“. Danach auf Duschtücher. In Gedanken sagte sie das Wort: „Tuch“. Sie können die Produkte, die sie sehen und die Produkte, die sie kaufen, benennen. An der Kasse kann es zu Wartezeiten kommen. Benennen Sie einfach die Dinge oder Menschen, auf die ihr Blick fällt.

Praktische Anwendung

Beim Beobachten benannte sie das, worauf ihr Blick fiel, und sagte das jeweilige Wort in Gedanken still zu sich: Wagen … kurze Pause … Tasche … kurze Pause … Türe … kurze Pause … Futter … kurze Pause … Kaffee … kurze Pause … Kunde … kurze Pause … Wein … kurze Pause … Kind … kurze Pause … Shampoo … kurze Pause … Chips … kurze Pause … Creme … kurze Pause … Tuch …

Beispiel 2 – In der Fußgängerzone

Er wollte neue Kleidung kaufen. An Samstagen war es wie immer voll. Der Blick in die Fußgängerzone zeigte großes Gedränge. Ruhig bleiben, dachte er bei sich. Wenn ich das Ganze jetzt bewerte, ärgere ich mich nur. Er entschied sich dazu, dass Geschehen in2b zu beobachten und zu benennen.

Sein Blick fiel auf ein großes Gebäude in der Nähe. In Gedanken sagte er das Wort: „Haus“. Vor ihm lief eine Passantin. In Gedanken sagte er das Wort: „Frau“. Er verwendete die Worte, die ihm rasch einfielen. Ein Mann trug eine Tasche: In Gedanken sagte er das Wort: „Tasche“. Ein Pärchen unterhielt sich. In Gedanken sagte er das Wort: „Paar“. Am Boden lag eine weggeworfene Maske. In Gedanken sagte er das Wort: „Maske“. Er hörte vereinzelt lautere Gespräche. In Gedanken sagte er das Wort: „Stimmen“. Der Blick wanderte ruhig weiter. Rechts von ihm war ein Bekleidungsgeschäft zu sehen. In Gedanken sagte er das Wort: „Kleidung“. Links von ihm sah er ein Café. In Gedanken sagte er das Wort: „Café“. Wo er auch hinschaute, überall waren viele Menschen zu sehen. In Gedanken sagte er das Wort: „Menschen“. Einige saßen zusammen und aßen zu Mittag. In Gedanken sagte er das Wort: „Essen“. Andere warteten in einer Schlange stehend, bis sie das Geschäft betreten konnten. In Gedanken sagte er das Wort: „Schlange“. Ein Passant telefonierte. In Gedanken sagte er das Wort: „Telefon“. Eine andere Passantin zog einen Hund hinter sich her. In Gedanken sagte er das Wort: „Hund“. Er verwendete in2b so lange, bis er beim Bekleidungshaus angekommen war.

Praktische Anwendung

Beim Beobachten benannte er das, worauf sein Blick fiel, und sagte das jeweilige Wort in Gedanken still zu sich: Haus … kurze Pause … Frau … kurze Pause … Tasche … kurze Pause … Paar … kurze Pause … Maske … kurze Pause … Stimmen … kurze Pause … Kleidung … kurze Pause … Café … kurze Pause … Menschen … kurze Pause … Essen … kurze Pause … Schlange … kurze Pause … Telefon … kurze Pause … Hund …

Probieren Sie es aus!

PIRKA wünscht Ihnen viel Erfolg bei der Anwendung.

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